Magersucht gilt immer noch als “in”
Es ist kaum zu glauben, aber allen Kampagnen zum Trotz wird die Magersucht immernoch als “schick” angesehen. Selbst die vielen Werbekampagnen einiger Unternehmen mit etwas üppigeren Modellen, wie z.B. C&A oder Dove konnten daran nicht viel ändern.
Allerdings darf ein Lifestyle nicht so einen hässlichen Namen wie Magersucht haben und wird deshalb immer öfter einfach nur ANA genannt, vom lateinischen Begriff Anorexia (zu Deutsch Magersucht).
Sie wollen zart wie Elfen sein, und dafür tun sie alles: Magersüchtige, die den Kampf gegen die Pfunde im Internet zum Lifestyle erklären.
Sie sehen nicht ein, dass sie krank sind und predigen lieber “Dünn sein ist wichtiger als gesund sein!”.
In diesen einschlägigen Foren wird dann sowas empfohlen, wie:“Iss nie etwas, dass größer ist, als Deine Faust - vor allem kein Fleisch” “Mach viel Sport - und verbrauche immer doppelt so viel Kalorien wie Du aufgenommen hast”
Das gefährliche daran ist, dass sich die Magersüchtigen in den Foren und Chats gegenseitig anspornen und regelrecht um die Wette hungern. Und dabei den Bezug zu ihrer Umwelt verlieren. Obowhl genau diese die einzige ist, die registriert, dass etwas falsch läuft. Darüber hinaus fühlen sich die meisten den Menschen in ihrer Umgebung aufgrund ihrer eisernen Disziplin überlegen und nehmen von diesen in ihren Augen kranken Menschen natürlich keine Hilfe an.
Natürlich ist daran nicht allein das Internet schuld - aber unterschätzen sollte man dessen Wirkung auch nicht, sagt Doktor Jan Nedoschill.
Der Kinder- und Jugendpsychiater und Spezialist für Ess-Störungen findet Pro-ANA-Seiten gefährlich, weil sie die Magersucht als etwas Positives, verherrlichten - und Betroffene davon abhielten, sich in eine Therapie zu begeben.