Magersucht bei Männer

Der Skispringer Christian Moser hungerte sich 1996 bei 1,81 Meter auf 58 Kilo herab und brach im Sommer in Stams vor Erschöpfung zusammen. Moser musste wegen Magersucht behandelt werden. In den letzten Jahren häufen sich die Berichte über Männer, die an Essstörungen leiden. Besonders gefährdet scheinen Sportler zu sein, neben Skispringern auch Eisläufer, Langstrecken und Marathonläufer, Jockeys und Turner. Essstörungen wie Magersucht, Essbrechsucht und Esssucht gelten aber als typische Frauenkrankheiten: bis zu 95 Prozent der Betroffenen sind weiblich. Dass mehr als zehn Jahre, nachdem Essstörungen bei Frauen aus der Tabuzone gerückt wurden, mehr essgestörte Jungen und Männer auftauchen, liegt wohl daran, dass dieses Phänomen inzwischen als Krankheit anerkannt ist und mehr Menschen den Mut aufbringen, sich zu ihrem Problem zu bekennen. Das Öffentlichwerden bewirkt, dass auch Männer nun professionelle Hilfe suchen. Es gibt viele Ernährungsberater die Arztsuche sollte nicht besonders schwer fallen. Online Ärzteverzichnise können helfen.
Essstörungen sind anscheinend nicht immer nur seelisch bedingt und werden durch frühkindliche Störungen oder sexuelle Übergriffe ausgelöst, sondern haben auch viel mit aktuellen Einflüssen und Druck von außen zu tun. Männer geraten vor allem dann in Gefahr, Essstörungen zu entwickeln, wenn ihr Erscheinungsbild von übergeordneter Bedeutung ist wie bei Athleten, Models, Managern, Entertainern. Das Risiko scheint für solche Jungen und Männer höher zu sein, die Schwierigkeiten mit ihrer Identität als Mann und dem männlichen Rollenverständnis haben (zum Beispiel weil sie ohne Vater aufwuchsen). Darauf deuten Studien wie die von Manfred Fichter, Leiter der Medizinisch-Psychosomatischen Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee hin.
Der wesentliche Risikofaktor ist nach Expertenmeinung jedoch das gewandelte Männlichkeitsbild: Der Body muss makellos und muskulös, der Po knackig sein. Wer wenig selbstbewusst ist, spricht stärker auf solche Schönheitsideale an und erfasst seine Unvollkommenheit. Das Äußere des Mannes gewinnt an Bedeutung, aber es hat längst nicht denselben Stellenwert für das Selbstwertgefühl beim Mann wie bei der Frau.